Heute vor 66 000 000 Jahren · Kreide/Paläogen-GrenzeDonnerstag, 22. Oktober 2026 · Streng wissenschaftlich. Immer mit Quelle.
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Fußspuren aus Italien: Krokodil- und Dino-Verwandte schon vor dem MassensterbenLoch im Schulterblatt: Neuer Neandertaler aus der Shanidar-HöhleUralte Koralle aus North Carolina entpuppt sich als EdelkoralleForscher ordnen Grönland-Fossilien einem sibirischen Stachelfisch zu
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Forschungsnews vom 16. Oktober 2026

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Neue Studien, kurz erklärt. Das Datum der Originalstudie steht bei jeder Meldung.

  1. Symbolbild, KI-Rekonstruktion eines frühen, erythrosuchiden-ähnlichen Archosauriformen mit breit abgespreizten Beinen auf einer roten Permischen Sandebene; steht stellvertretend für den unbenannten Fährtenleger von Pachychirotherium gardenaensis.
    KI-Rekonstruktion / Symbolbild: Die neue Fährtenart Pachychirotherium gardenaensis aus dem Grödner Sandstein zeigt nur Fußspuren, keinen Körperfossil. Der tatsächliche Fährtenleger ist nicht sicher einer Art zugeordnet (vermutlich Erythrosuchidae oder verwandte frühe Archosauriformen); das Bild zeigt daher ein symbolisches Tier dieser Gruppe mit dem für das späte Perm belegten, breitbeinig-sprawling Gang.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image

    Fußspuren aus Italien: Krokodil- und Dino-Verwandte schon vor dem Massensterben

    Forscher haben im Grödner Sandstein in Norditalien eine neue Fährtenart beschrieben: Pachychirotherium gardenaensis. Die Abdrücke stammen aus dem späten Perm, also aus der Zeit vor dem Massensterben am Ende dieses Erdzeitalters. Sie sind die frühesten bekannten Spuren der Chirotherien-Familie. Als Spurenleger vermutet das Team frühe Verwandte von Krokodilen und Dinosauriern, etwa aus der Gruppe der Erythrosuchiden.

    Die Merkmale der Spuren passen zu einem breitbeinigen Gang mit seitlich abgespreizten Beinen. Fährten aus der frühen Trias zeigen Übergangsformen, den aufrechten Gang erreichte die Gruppe wahrscheinlich erst in der Mittleren Trias. Auch das Laufen auf den Zehen kam Schritt für Schritt.

    Die erste Fährte dieser Familie, das „Handtier“ Chirotherium, bemerkte 1833 ein Schuldirektor in Hildburghausen in Thüringen.

    Palaeontology · Studie vom · Originalstudie ↗

  2. Symbolbild/KI-Rekonstruktion: Drei Neandertaler stehen und hocken als kleine Figuren auf einem schmalen Felsvorsprung vor dem dunklen Höhleneingang von Shanidar in den Zagros-Bergen im Morgenlicht; Totale aus der Distanz, keine erkennbare Verletzung, Narbe oder Pflegehandlung im Bild.
    KI-Rekonstruktion/Symbolbild: Neandertaler-Gruppe am Höhleneingang von Shanidar, Nordirak, vor rund 75.000 Jahren.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image

    Loch im Schulterblatt: Neuer Neandertaler aus der Shanidar-Höhle

    Forscher haben in der Shanidar-Höhle im Nordirak die Knochen eines weiteren Neandertalers gefunden. Im Schulterblatt klafft ein Loch, dessen Form zu einem Holzspeer passt. Die Wunde entstand um den Zeitpunkt des Todes, berichtet die Fachzeitschrift Scientific Reports.

    Shanidar A, ein älterer Erwachsener, wurde vor rund 75.000 Jahren in der Höhle abgelegt. Eine Sturzflut warf die Knochen später durcheinander. Damit liegen an dieser Stelle mindestens fünf Tote beieinander. Die Forscher sehen darin einen Hinweis auf einen bewussten, vielleicht bedeutungsvollen Umgang mit Toten. Eine schwere Verletzung im Gesicht hatte der Neandertaler überlebt. Das deutet darauf hin, dass seine Gruppe ihn pflegte.

    Schon 2018 hatte ein Team aus Cambridge in derselben Höhle den Schädel der älteren Neandertalerin Shanidar Z ausgegraben.

    Scientific Reports · Studie vom · Originalstudie ↗

  3. KI-Rekonstruktion/Symbolbild: verzweigte Edelkoralle Moltkia alveolata mit blass elfenbeinweißem Gewebe und feiner dunkelgrauer Sprenkelung, verankert auf einem Karbonat-Meeresboden im eozänen Flachmeer vor North Carolina; Form und Farbe sind spekulativ und an eine entfernt verwandte, heute im westpazifischen Raum lebende Koralle angenähert.
    KI-Rekonstruktion: die neu beschriebene Edelkoralle Moltkia alveolata in ihrem vermuteten eozänen Flachmeer-Lebensraum bei North Carolina. Form und Farbe sind eine vorsichtige Annäherung auf Basis des entfernt verwandten lebenden Korallentiers Pleurocorallium, keine fotografische oder diagnostische Wiedergabe der fossilen Art.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image

    Uralte Koralle aus North Carolina entpuppt sich als Edelkoralle

    Forscher haben in North Carolina drei neue Korallenarten aus dem mittleren Eozän beschrieben, einer Zeit lange nach den Dinosauriern. Die häufigste heißt Moltkia alveolata. Die Überraschung steckt in ihrer Gattung: Moltkia galt lange als Bambuskoralle. Die Studie im Bulletin of the Peabody Museum of Natural History zeigt nun, dass sie zu den Edelkorallen gehört.

    Solche Edelkorallen gibt es im westlichen tropischen Atlantik heute nicht mehr. Die engsten lebenden Verwandten von Moltkia wachsen nur noch im westlichen tropischen Pazifik. Edelkorallen kennt man als Schmuckmaterial: Die Rote Edelkoralle aus dem Mittelmeer wird schon seit der Antike geerntet und gehandelt.

    Dazu fand das Team zwei Arten der Gattung Ellisella und einzelne Skelettnadeln weiterer, unbekannter Korallen.

    Bulletin of the Peabody Museum of Natural History · Studie vom · Originalstudie ↗

  4. KI-Rekonstruktion eines schlanken, spindelförmigen Stachelfisches (Acanthodes lopatini) im Seitenprofil, blassgrünlich mit dunkler Fleckung, mit einer hinteren Rückenflosse, einer Afterflosse, Brustflossen mit Stacheln und einem schmalen unpaaren Bauchstachel statt paariger Bauchflossen, schwimmend über schlammigem Seegrund in trübem Süßwasser.
    Acanthodes lopatini, KI-Rekonstruktion: Ein früher Stachelfisch schwimmt im trüben Wasser eines frühkarbonischen Süßwassersees in Ostgrönland. Körperumriss und Flossenstellung folgen einer wissenschaftlichen Ganzkörper-Rekonstruktion der Gattung Acanthodes; Färbung und Weichteile sind künstlerische Ergänzungen, die Artzuordnung folgt der Studie.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image

    Forscher ordnen Grönland-Fossilien einem sibirischen Stachelfisch zu

    Forscher haben Fossilien urtümlicher Stachelfische aus Ostgrönland erstmals vollständig beschrieben. Ihre Analyse spricht für eine Art, die man bisher nur aus Sibirien kannte: Acanthodes lopatini. Die Studie erscheint im Canadian Journal of Zoology.

    Die Fische lebten im frühesten Karbon in einem See. Ihre Reste stecken im Gestein des Berges Celsius Bjerg, darunter Tiere in verschiedenen Wachstumsstadien. Damit verknüpfen sie die Tierwelt Euramerikas, des damaligen Großkontinents, mit der Tierwelt Sibiriens.

    Dieselben Gesteinsschichten halten auch das Hangenberg-Ereignis fest. Dieses Massensterben vor rund 360 Millionen Jahren löschte die Panzerfische aus, danach übernahmen Strahlenflosser die Gewässer.

    Canadian Journal of Zoology · Studie vom · Originalstudie ↗