Neue Studien, kurz erklärt. Das Datum der Originalstudie steht bei jeder Meldung.
KI-generiertes Symbolbild: erfundenes Insekt in Bernstein. Kein Foto des Fundes und keine wissenschaftliche Rekonstruktion von Phylocentropus alepavlrasnia.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image
Im Taymyr-Bernstein steckt eine Köcherfliege, die bisher niemand kannte. Forscher haben sie jetzt im Fachjournal Mesozoic als neue Art beschrieben: Phylocentropus alepavlrasnia.
Der Bernstein stammt aus der Fundstelle Yantardakh in der Kheta-Formation. Er ist rund 85 Millionen Jahre alt und entstand im Santon, einem Abschnitt der späten Kreidezeit. So lange hat das Insekt im erstarrten Harz überdauert.
Mit dem Neufund umfasst die Liste der Köcherfliegen aus dem Taymyr-Bernstein jetzt 15 Arten. Die neue Art gehört zur Familie Dipseudopsidae, einer Gruppe innerhalb der Köcherfliegen. Aus dieser Familie sind im Taymyr-Bernstein damit zwei Arten bekannt.
Symbolbild: KI-Rekonstruktion von Archaeopteryx lithographica zur Illustration der Gattung Archaeopteryx. Keine Darstellung eines bestimmten Fundexemplars oder einer in der Studie gesicherten Artzuordnung.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image · Anatomie-Referenz: H. Raab (CC BY-SA 3.0)
Der berühmte Archaeopteryx gilt als ältester bekannter flugfähiger Urvogel. Doch nicht jeder Fund aus dem Solnhofener Archipel gehört dazu. Eine neue Studie in Fossil Record vergleicht dafür die Proportionen von Armen und Beinen. Außerdem untersucht sie die Verwandtschaft anhand einzelner Fossilexemplare.
Die Funde aus Maxberg und Karlsruhe sowie das Ottmann-und-Steil-Exemplar waren bisher nur vorsichtig zugeordnet. Im Stammbaum landen sie nun bei Archaeopteryx. Das Mühlheimer Exemplar fällt dagegen heraus. Es steht näher an den heutigen Vögeln und stützt die eigene Art Alcmonavis poeschli. Beim Haarlemer Exemplar bleibt die Zuordnung offen. Ihm fehlen eindeutige Merkmale, deshalb gilt es nur als unbestimmter früher Vogel.
Hinter Archaeopteryx stecken wahrscheinlich mehrere Arten. Die Analysen widersprechen sich dabei aber noch. Eine Entscheidung steht aus.
Symbolische KI-Rekonstruktion einer jurassischen Lagune. Die Studie deutet die Verteilung der Fußspuren als Hinweis auf eine Vorliebe der Sauropoden für lagunären Untergrund.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image
Forscher haben die Dinosaurier-Fährtenstelle von Duntulm auf der schottischen Isle of Skye mit Luftbildern vollständig kartiert. Das Gestein stammt aus dem Mittleren Jura und entstand in einer flachen Lagune. Dort überwiegen kleine bis mittelgroße Sauropoden-Fußabdrücke von weniger als 75 Zentimetern Länge. Mehrere kurze Fährten zeigen, dass die Tiere im Schritt gingen. Auf Herden deutet nichts hin, denn die Spuren laufen in viele verschiedene Richtungen.
Danach werteten die Forscher alle bisher bekannten Dinosaurierspuren der Insel statistisch aus. Demnach bevorzugten die Sauropoden lagunären Untergrund. Raubsaurier, Panzersaurier und Ornithopoden hinterließen ihre Spuren dagegen häufiger auf trockengefallenen Schlickflächen. Das Team hält dieses Muster für belastbar. Neue Spurenfunde auf Skye sollen es weiter prüfen.