Neue Studien, kurz erklärt. Das Datum der Originalstudie steht bei jeder Meldung.
KI-Rekonstruktion (Symbolbild): Triceratops horridus in Kampfhaltung – Studien wie die hier vorgestellte testen, wie gut seine Hörner Stoßkräften standhielten.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image
Stießen Horndinosaurier ihre Rivalen mit den Hörnern? Ein Forschungsteam hat das am Computer nachgestellt. Mit 3D-Modellen, die Belastungen im Knochen berechnen, simulierte es Kampfbewegungen bei fünf Arten, von Psittacosaurus bis Triceratops. Das Fachjournal PeerJ hat die Studie veröffentlicht.
Das Nasenhorn von Centrosaurus hielt Kräfte von oben und unten sowie von vorn und hinten gut aus, seitliche Kräfte deutlich schlechter. Die Hörner über den Augen von Spiclypeus und Triceratops zeigten in den meisten Tests nur niedrige bis mittlere Belastungen.
Laut den Forschern deutet das darauf hin: Unterschiedliche Kampfstile unter Artgenossen könnten die Evolution dieser Kopfwaffen vorangetrieben haben. Die stabilen Schädel erbten die Tiere demnach wohl von früheren Verwandten.
KI-Rekonstruktion/Symbolbild: Protipula crassa, die Typusart der Jura-Stelzmückengattung Protipula, neu untersucht in einer aktuellen Studie zu Architipulinae-Fossilien aus Dobbertin und Karatau (u. a. mit der neu beschriebenen Art Protipula oosterbroeki).KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image
Über Stelzmücken der Gattung Protipula aus der Jurazeit weiß man wenig. Es gibt kaum Fossilien, deshalb lassen sich schon beschriebene Arten schwer überprüfen.
Ein Forschungsteam hat nun Protipula crassa neu untersucht, die Art, auf der die ganze Gattung beruht. Sie stammt aus Dobbertin in Deutschland. Dazu kommt eine neue Art aus dem Oberjura von Karatau in Kasachstan: Protipula oosterbroeki. Ein weiteres Fossil aus Dobbertin, bisher als Architipula areolata geführt, stellen die Forscher ebenfalls zu Protipula.
Neue Hinweise deuten darauf hin: Protipula und ihre Unterfamilie Architipulinae waren vielfältiger und weiter über den Nordkontinent Laurasia verbreitet als bisher gedacht. Die Studie erschien in Acta Palaeontologica Polonica.
KI-Rekonstruktion: So könnte Halisaurus sp. nov. aus der Dakhla-Oase in Ägypten ausgesehen haben – mit seinem ungewöhnlich langen, schlanken Kiefer.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image
In der Dakhla-Oase in Ägyptens Westlicher Wüste haben Forscher eine neue Art der Meeresechsen-Gattung Halisaurus beschrieben. Das Tier lebte im frühen Maastrichtium, einem Abschnitt der späten Kreidezeit.
Die Kiefer sind sehr lang und schlank. Oben und unten sitzen jeweils mehr als 20 Zähne. Auch ein Knochen am Ohr ist stark umgebaut. Der Bau der Kiefer deutet auf einen schnellen, aber eher schwachen Biss hin.
In denselben Gesteinsschichten findet sich auch Halisaurus hebae, der zur gleichen Zeit lebte. Kiefer und Ohren sprechen dafür, dass die neue Art eine andere Rolle im Ökosystem hatte. Zwei so verschiedene Arten am selben Ort legen nahe, dass sich diese Meeresechsen ihre Rollen im Meer aufteilten.