Heute vor 66 000 000 Jahren · Kreide/Paläogen-GrenzeMontag, 5. Oktober 2026 · Streng wissenschaftlich. Immer mit Quelle.
Aktuell
Schädel-Scans sprechen für Meeresleben langschnäuziger Urzeit-Krokodile
← Alle Tagesausgaben

Forschungsnews vom 30. September 2026

Urzeit kompakt

Alle Tagesausgaben →

Neue Studien, kurz erklärt. Das Datum der Originalstudie steht bei jeder Meldung.

  1. Symbolbild, KI-generierte Rekonstruktion: Ein Tanystropheus mit extrem langem, aus wenigen Wirbeln gebildetem Hals liegt fast vollständig unter Wasser in einer flachen Küstenlagune, nur Kopf und Halsansatz ragen heraus, im Anschleichen an einen Fischschwarm.
    KI-Rekonstruktion: So könnte Tanystropheus conspicuus im flachen Küstenwasser auf Beute gelauert haben – Symbolbild auf Basis von Funden aus Miedary, Polen.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image

    Funde aus Polen: Tanystropheus lauerte im flachen Küstenwasser

    Über hundert Jahre gab Tanystropheus Forschern Rätsel auf. Das Reptil aus der Trias hatte nur wenige Halswirbel. Jeder davon war aber extrem lang gestreckt. Diesen Bauplan zeigt kein anderes Wirbeltier. Die am besten erhaltenen Skelette stammten bisher vom Monte San Giorgio und aus China, und sie waren platt gedrückt.

    Jetzt liefert eine Fundstelle in Miedary in Polen neues Material: Reste von mindestens 20 Tieren, teils dreidimensional erhalten, teils als zusammenhängende Skelettabschnitte. Im Fachblatt Acta Palaeontologica Polonica beschreiben Forscher damit den Knochenbau von Tanystropheus conspicuus neu. Dazu gehören die ersten eindeutigen Schädelreste dieser Art.

    Die Fundstelle verrät auch, wo das Tier lebte. Tanystropheus jagte im Wasser und lauerte seiner Beute im flachen, küstennahen Wasser auf.

    Acta Palaeontologica Polonica · Studie vom · Originalstudie ↗

  2. Ein kleiner urzeitlicher Büffel der Gattung Syncerus in einer äthiopischen Savannenlandschaft vor 2,6 Millionen Jahren, gekennzeichnet als KI-Rekonstruktion.
    Rekonstruktion des urtümlichen Syncerus aus Äthiopien: Ein kleinwüchsiger Vorfahre des Afrikanischen Büffels mit charakteristisch kurzen Hörnern.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image

    Urbüffel aus Äthiopien: kleiner Schädel, kurze Hörner

    In Südäthiopien haben Forscher einen fast vollständigen Büffelschädel gefunden, rund 2,6 Millionen Jahre alt. Er stammt aus der Shungura-Formation und gehört zu einer neuen Art der Gattung Syncerus. Es ist der früheste gut erhaltene Beleg für die Linie des Afrikanischen Büffels (Syncerus caffer).

    Das Tier war klein und trug kurze, auseinanderstehende Hörner. Damit ähnelt es jungen und kleinwüchsigen heutigen Afrikanischen Büffeln, etwa Waldbüffeln. 3D-Formvergleiche zeigen: Die Schädel fossiler Büffel ändern sich mit der Größe weitgehend so wie bei heranwachsenden Büffeln heute. Die neue Art könnte deshalb eine Ausgangsform sein, aus der spätere Büffel entstanden.

    Eine Ausnahme bildet der ausgestorbene Riesenbüffel Syncerus antiquus. Seine extrem langen Hörner passen nicht in dieses Muster.

    Comptes Rendus Palevol · Studie vom · Originalstudie ↗