Heute vor 66 000 000 Jahren · Kreide/Paläogen-GrenzeDonnerstag, 22. Oktober 2026 · Streng wissenschaftlich. Immer mit Quelle.
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Forschungsnews vom 14. Oktober 2026

Urzeit kompakt

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Neue Studien, kurz erklärt. Das Datum der Originalstudie steht bei jeder Meldung.

  1. Symbolbild, KI-generiert: lebendes Krokodil unbestimmter Art liegt in der Abenddämmerung schützend über einem aufgebrochenen Erdnest am Flussufer, in dem einzelne Eier sichtbar sind; keine reale Fossil- oder Studienabbildung.
    KI-Rekonstruktion (Symbolbild): Eine Krokodil-Mutter wacht über ihr Erdnest am Flussufer – die Eierschalen-Struktur selbst blieb laut einer neuen Übersichtsarbeit seit dem Jura erstaunlich unverändert.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image

    Krokodil-Eier: Bauplan der Schale seit dem Jura kaum verändert

    Die Eierschale von Krokodilen und ihren Urahnen hat ihren Grundbauplan seit dem Jura kaum verändert. Das zeigt eine neue Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Historical Biology. Die Forscher prüften fossile Eier, Schalen und Nester aus der Zeit vom frühen Jura bis ins Pliozän. Keilförmige Schalenbausteine mit kleinen Knubbeln an ihrem Fuß blieben die ganze Zeit erhalten.

    Feine Unterschiede bei Dicke, Poren und Verzierung deuten auf Anpassungen an die Umwelt hin, vielleicht auch auf Besonderheiten einzelner Abstammungslinien. Krokodile überstanden frühere Massensterben. Weil sie ganz bestimmte Nistplätze brauchen, sind sie trotzdem anfällig für Eingriffe des Menschen.

    Ein Nest mit 13 Eiern aus dem späten Jura in Portugal galt 2017 als ältester bekannter Eierfund von Krokodilverwandten.

    Historical Biology · Studie vom · Originalstudie ↗

  2. Digital erstellte KI-Rekonstruktion als Symbolbild: ein dunkel gefärbter Großmarder (Pannonictis pliocaenica) bewegt sich bodennah durch Schilf am schlammigen Flussufer bei bedecktem Tageslicht; keine reale Fossilabbildung.
    KI-Rekonstruktion (Symbolbild): So könnte der ausgestorbene Großmarder Pannonictis pliocaenica am Flussufer der Krim ausgesehen haben – kein Foto, keine Fossilabbildung.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image

    Krim-Höhle gibt Kiefer eines großen Urzeit-Marders frei

    Forscher haben in der Taurida-Höhle auf der Krim Reste eines großen Marders aus dem frühen Eiszeitalter beschrieben: Pannonictis pliocaenica. Der Fund erweitert das bekannte Verbreitungsgebiet der Art deutlich nach Osten.

    Erhalten sind eine vollständige Unterkieferhälfte und vier einzelne Zähne. Der genaue Vergleich mit anderen Funden spricht für diese Art, berichtet die Studie in der Fachzeitschrift Scientific Reports. In Osteuropa und Westasien kannte man den Marder bisher nur von wenigen Fundstellen.

    Funde der Gattung stammen oft aus Landschaften an Flussufern. Das stützt die Annahme, dass es auf der Krim damals Lebensräume am Wasser gab. Aus derselben Höhle stammt laut National Geographic auch der Oberschenkelknochen eines Riesenvogels, Pachystruthio dmanisensis, der auf knapp 3,7 Meter Höhe geschätzt wird.

    Scientific Reports · Studie vom · Originalstudie ↗

  3. KI-generiertes Symbolbild: ein dunkles, ichthyosaurierartiges Meeresreptil mit schwarzer Oberseite und weißer Unterseite packt im offenen Wasser ein kleineres, grünliches, langschwänziges Meeresreptil; keine der Arten ist im Beitrag namentlich bestimmt.
    KI-Rekonstruktion (Symbolbild): Ein großes, ichthyosaurierartiges Meeresreptil erbeutet in der offenen Trias-See ein kleineres Meeresreptil – Sinnbild für die späte Phase der Studie, in der Meeresreptilien in Südchina zu Großraubtieren wurden. Im Beitrag wird keine der beiden Arten konkret benannt.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image

    Nach dem Massensterben: Meeresreptilien eroberten Südchinas Meere in drei Etappen

    Nach dem großen Massensterben am Ende des Perm eroberten Meeresreptilien die Meere Südchinas in drei Etappen. Die Studie in den Proceedings of the Royal Society B wertet rund 20 Millionen Jahre Trias aus.

    Zuerst lebten viele Arten auf ähnliche Weise. In der mittleren Trias wurden die Lebensweisen vielfältiger. Danach zogen die Reptilien ins offene Meer, am Ende standen riesige Jäger. Rollen wie heutige Wale übernahmen sie in Südchina erst spät in der mittleren Trias, anderswo wahrscheinlich früher. Schwankende Meeresspiegel könnten diesen Umzug begünstigt haben.

    Ein früherer Fund aus Südchina zeigt solche Jäger: Im Magen eines 4,8 Meter langen Fischsauriers steckten Reste eines rund vier Meter langen Meeresreptils.

    Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences · Studie vom · Originalstudie ↗

  4. KI-Rekonstruktion eines Feldes aufrechter Charniodiscus-concentricus-Wedel auf dem Ediacarium-Meeresboden, von schräg oben fotografiert, einer leicht verdreht durch einen abklingenden Trübestrom.
    KI-Rekonstruktion: Lebendes Bild des Ediacarium-Wedels Charniodiscus concentricus in seinem Lebensraum, gestaltet nach aktueller Forschung zu seinem vermuteten Gewebeaufbau.KI-Rekonstruktion: Tiefenzeit / GPT Image

    Urzeit-Wedel Charniodiscus: Rechnung deutet auf festes Tiergewebe

    Forscher haben berechnet, wie steif der Urzeit-Wedel Charniodiscus aus dem Ediacarium war, der Zeit der ersten großen Lebewesen. Ihre Zahlen deuten auf einen tragenden Stiel aus dicht gepackten, gleich ausgerichteten Kollagenfasern, dem zähen Bindegewebe von Tieren. Zu Nicht-Tieren, Schwämmen oder winzigen Plattentierchen passt das größtenteils nicht.

    Viele Fossilien sind verdreht. Das Team führt das auf Trübeströme zurück, Schlammlawinen am Meeresgrund, und leitet daraus die Steifheit ab. Das stützt die Idee, dass Charniodiscus zur Verwandtschaft der Gewebetiere gehörte, zu denen fast alle heutigen Tiere zählen, berichten die Forscher in Proceedings of the Royal Society B.

    Charniodiscus gehört zu den ersten bekannten Ediacarium-Fossilien: Er wurde 1958 aus dem englischen Charnwood Forest beschrieben.

    Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences · Studie vom · Originalstudie ↗